Wir bedanken uns herzlich für den spannenden Austausch mit Teilnehmenden aus Wissenschaft, Journalismus und zivilgesellschaftlichen Organisationen – darunter More in Common, Das Progressive Zentrum, Dpart, MAGNET – Werkstatt für Verständigung und die Bertelsmann Stiftung.
Sigrun Rottmann eröffnete die Veranstaltung mit einem Gastvortrag, in dem sie Einblicke aus ihrer langjährigen journalistischen Praxis (u. a. BBC) sowie aus ihrer Arbeit an der TU Dortmund zur konfliktsensiblen Berichterstattung gab. Sie zeigte, wie redaktionelle Routinen, aufmerksamkeitsorientierte Marktlogiken und strukturelle Zwänge mediale Darstellungen prägen – und welche Möglichkeiten es dennoch gibt, Polarisierungstendenzen nicht weiter zu verstärken. Die anschließende Diskussion verdeutlichte, wie anspruchsvoll die Zusammenarbeit zwischen Medien, Wissenschaft und Zivilgesellschaft ist: zwischen dem Anspruch präziser, evidenzbasierter Kommunikation, dem Wunsch nach klickstarken, zugänglichen „Storylines“ und der Verantwortung für die öffentliche Wirkung von Kommunikation.
Im zweiten Impuls gab Dr. Rico Neumann einen Einblick in aktuelle Forschung zu affektiver Polarisierung in Klima- und Migrationsdiskursen. Seine kommunikationswissenschaftliche Perspektive zeigte, wie Emotionen, Sprachmuster und digitale Öffentlichkeiten gesellschaftliche Auseinandersetzungen beeinflussen.
In zwei Workshop-Phasen arbeiteten die Teilnehmenden daran, Erkenntnisse für die eigene Praxis nutzbar zu machen. Diskutiert wurden u. a. folgende Fragen:
– Welche Rolle spielt konfliktsensible Kommunikation in Journalismus, Forschung und Zivilgesellschaft?
– Welche Kompetenzen braucht konfliktsensible Kommunikation – und was bedeutet das für Interventionen?
– Welche Strukturen fordern und fördern nachhaltige, dialogorientierte Prozesse?
Anhand dieser und weiterer Fragen wurden sowohl Potenziale als auch Spannungsfelder sichtbar – etwa zwischen (Publikations-) Zeitdruck und einer differenzierten Berichterstattung oder zwischen einer klaren Haltung und dem Anspruch, Perspektivenvielfalt abzubilden. Wichtig war auch die Frage, wie in angespannten Debatten wieder Raum entstehen kann, einander mehr als Menschen mit individuellen Erfahrungen und Emotionen zu begegnen – jenseits von Zuschreibungen und „Lagerdenken“.
Unser Roundtable zeigt, wie wertvoll ein Denkraum für konfliktsensible Kommunikation als Teil einer Strategie ist, den negativen Folgen affektiver Polarisierung zu begegnen. Gemeinsame Anliegen, Ziele und Ideen wurden über fachliche Grenzen hinweg sichtbar, und verdeutlichen die Bedeutung trans- und interdisziplinärer Kooperationen.
Wir danken allen Beteiligten und freuen uns darauf, diese Arbeit im kommenden Jahr fortzuführen – in weiteren Roundtables, themenspezifischen Workshops und vertiefenden Kooperationen.






